Allgemeine Geschäftsbedingungen
Stand: 26.09.2026
§ 1 Geltungsbereich
(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelten für alle Verträge über die Nutzung der Software „Multichannel Live“ zwischen Kaygisiz IT Consulting, Inhaber Mehmet Kaygisiz, Irenenstr. 91, 40468 Düsseldorf („Anbieter“) und ihren Kunden („Kunde“).
(2) Das Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne von § 14 BGB, juristische Personen des öffentlichen Rechts und öffentlich-rechtliche Sondervermögen. Verbraucher sind von der Nutzung ausgeschlossen. Mit der Registrierung bestätigt der Kunde, als Unternehmer zu handeln.
(3) Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Geschäftsbedingungen des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, auch wenn der Anbieter ihnen nicht ausdrücklich widerspricht.
§ 2 Vertragsgegenstand
(1) Der Anbieter stellt dem Kunden die Software „Multichannel Live“ als Online-Dienst (Software as a Service) über das Internet zur Nutzung bereit. Die Software unterstützt insbesondere den Abgleich von Artikeln, Beständen, Preisen und Bestellungen zwischen Verkaufskanälen, die Erstellung von Versandlabels und Rechnungen. Der jeweils aktuelle Funktionsumfang ergibt sich aus der Beschreibung auf der Webseite und in der Anwendung.
(2) Die Software greift über Schnittstellen auf Dienste Dritter zu, insbesondere auf Marktplätze (z. B. Amazon, eBay, OTTO, Kaufland, Temu, DealClub, Shopify, Zalando), Versanddienstleister (z. B. DHL) und den Mailserver des Kunden. Diese Dienste sind nicht Teil der Leistung des Anbieters. Der Anbieter hat keinen Einfluss auf deren Verfügbarkeit, Inhalte, Regeln oder Änderungen ihrer Schnittstellen. Ändert oder beendet ein Dritter seine Schnittstelle, kann die betroffene Funktion ganz oder teilweise entfallen; der Anbieter bemüht sich um eine Anpassung in angemessener Zeit.
(3) Der Anbieter darf die Software weiterentwickeln und Funktionen ändern, soweit die vertraglich vereinbarte Hauptleistung dadurch nicht wesentlich eingeschränkt wird. Als „Beta“ gekennzeichnete Funktionen befinden sich in Erprobung und werden ohne Zusage bestimmter Eigenschaften bereitgestellt.
(4) Die Software leistet keine Rechts-, Steuer- oder sonstige Beratung. Insbesondere Rechnungen, Steuersätze, Pflichtangaben, Produkt- und Sicherheitsangaben (z. B. GPSR) sowie Zollangaben erstellt die Software auf Grundlage der Daten und Einstellungen des Kunden; ihre rechtliche und steuerliche Richtigkeit hat der Kunde zu prüfen.
§ 3 Registrierung und kostenlose Testphase
(1) Der Vertrag kommt mit Abschluss der Registrierung zustande. Die Angaben bei der Registrierung müssen wahrheitsgemäß und vollständig sein; Änderungen hat der Kunde in der Anwendung zu aktualisieren.
(2) Nach der Registrierung kann der Kunde die Software 30 Tage kostenlos testen. Die Testphase endet automatisch; es entsteht kein kostenpflichtiger Vertrag und keine Zahlungspflicht, solange der Kunde nicht ausdrücklich ein kostenpflichtiges Paket vereinbart. Nach Ende der Testphase wird der Zugang gesperrt.
(3) Ein Anspruch auf Abschluss eines Vertrags oder auf eine Testphase besteht nicht. Der Anbieter kann Registrierungen ohne Angabe von Gründen ablehnen.
§ 4 Vergütung und Zahlung
(1) Für die kostenpflichtige Nutzung gelten die mit dem Kunden vereinbarten Preise bzw. die bei Vertragsschluss gültige Preisliste. Alle Preise verstehen sich zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer.
(2) Die Vergütung wird monatlich im Voraus bzw. – für verbrauchsabhängige Leistungen – monatlich nachträglich abgerechnet und ist innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungsstellung ohne Abzug fällig. Rechnungen können elektronisch übermittelt werden.
(3) Gerät der Kunde mit einer Zahlung mehr als 14 Tage in Verzug, darf der Anbieter den Zugang nach vorheriger Ankündigung in Textform bis zum Ausgleich sperren. Die Zahlungspflicht bleibt davon unberührt.
(4) Der Anbieter darf die Preise mit einer Ankündigungsfrist von sechs Wochen zum Beginn eines Kalendermonats anpassen. Der Kunde kann in diesem Fall bis zum Wirksamwerden der Änderung außerordentlich kündigen.
§ 5 Verfügbarkeit und Wartung
(1) Der Anbieter bemüht sich um eine möglichst unterbrechungsfreie Verfügbarkeit der Software, schuldet jedoch keine bestimmte Verfügbarkeit. Ausfälle, die auf Wartungsarbeiten, Störungen des Internets, höhere Gewalt oder Dienste Dritter (§ 2 Abs. 2) zurückgehen, gelten nicht als Leistungsmangel des Anbieters.
(2) Wartungsarbeiten führt der Anbieter nach Möglichkeit außerhalb der üblichen Geschäftszeiten durch.
(3) Datenabgleiche mit Marktplätzen und Versanddienstleistern erfolgen in zeitlichen Abständen und können sich verzögern. Eine Übertragung in Echtzeit ist nicht geschuldet.
§ 6 Pflichten des Kunden
(1) Der Kunde hält seine Zugangsdaten geheim, schützt sie vor dem Zugriff Dritter und informiert den Anbieter unverzüglich bei Verdacht auf Missbrauch.
(2) Der Kunde ist allein verantwortlich für die Inhalte, die er über die Software verarbeitet oder an Dritte übermittelt, insbesondere für Artikel, Preise, Bestände, Produkt- und Pflichtangaben, Rechnungen, Versand- und Zollangaben. Er stellt sicher, dass diese Inhalte sowie seine Nutzung der Marktplätze und Versanddienstleister den gesetzlichen Vorschriften und den Regeln dieser Dritten entsprechen.
(3) Der Kunde prüft die Ergebnisse der Software (z. B. übertragene Bestände und Preise, erstellte Rechnungen und Versandlabels) in angemessenem Umfang, bevor er sich darauf verlässt, und meldet erkennbare Fehler unverzüglich.
(4) Die Software ersetzt keine Datensicherung des Kunden. Der Kunde sichert Daten, die er aufbewahren muss oder die für ihn wichtig sind (insbesondere Rechnungen und steuerlich relevante Unterlagen), regelmäßig selbst, z. B. über die Exportfunktionen der Software. Die gesetzlichen Aufbewahrungspflichten (z. B. § 147 AO, § 257 HGB, GoBD) bleiben Pflichten des Kunden.
(5) Der Kunde darf die Software nicht missbräuchlich nutzen, insbesondere nicht für rechtswidrige Inhalte, zur Überlastung der Systeme oder zum Umgehen von Sicherheitsmaßnahmen. Bei einem Verstoß darf der Anbieter den Zugang vorübergehend sperren.
(6) Der Kunde stellt den Anbieter von Ansprüchen Dritter frei, die auf einer rechtswidrigen Nutzung der Software durch den Kunden oder auf von ihm verantworteten Inhalten beruhen, soweit der Kunde dies zu vertreten hat.
§ 7 Gewährleistung
(1) Der Anbieter beseitigt Mängel der Software, die ihm gemeldet werden, in angemessener Frist. Die verschuldensunabhängige Haftung für bereits bei Vertragsschluss vorhandene Mängel (§ 536a Abs. 1 Alt. 1 BGB) ist ausgeschlossen.
(2) Während der kostenlosen Testphase wird die Software ohne Gewährleistung bereitgestellt; der Anbieter haftet insoweit nur für arglistig verschwiegene Mängel.
§ 8 Haftung
(1) Der Anbieter haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit, bei Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, nach dem Produkthaftungsgesetz sowie im Umfang einer ausdrücklich übernommenen Garantie.
(2) Bei leichter Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht, also einer Pflicht, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf. In diesem Fall ist die Haftung auf den bei Vertragsschluss vorhersehbaren, vertragstypischen Schaden begrenzt, höchstens jedoch auf die vom Kunden in den zwölf Monaten vor dem schadenstiftenden Ereignis gezahlte Vergütung. Im Übrigen ist die Haftung für leichte Fahrlässigkeit ausgeschlossen.
(3) Während der kostenlosen Testphase haftet der Anbieter – außer in den Fällen des Absatzes 1 – nicht.
(4) Der Anbieter haftet nicht für Schäden, die auf Diensten Dritter (§ 2 Abs. 2) beruhen, insbesondere auf deren Ausfall, Verzögerungen, Änderungen, Fehlern oder Entscheidungen (z. B. Sperrung eines Verkäuferkontos oder Ablehnung eines Angebots), sowie für Schäden, die auf unrichtigen, unvollständigen oder verspäteten Angaben des Kunden oder auf einer Verletzung seiner Pflichten nach § 6 beruhen – jeweils soweit der Anbieter diese Umstände nicht nach Absatz 1 oder 2 zu vertreten hat.
(5) Für den Verlust von Daten haftet der Anbieter im Rahmen der Absätze 1 bis 3 nur in Höhe des Aufwands, der bei regelmäßiger und gefahrentsprechender Datensicherung durch den Kunden (§ 6 Abs. 4) zur Wiederherstellung erforderlich gewesen wäre. Für entgangenen Gewinn und mittelbare Schäden haftet der Anbieter bei leichter Fahrlässigkeit nicht.
(6) Ansprüche auf Schadensersatz gegen den Anbieter verjähren – außer in den Fällen des Absatzes 1 – innerhalb eines Jahres ab dem gesetzlichen Verjährungsbeginn.
(7) Die vorstehenden Beschränkungen gelten auch zugunsten der gesetzlichen Vertreter, Mitarbeiter und Erfüllungsgehilfen des Anbieters.
§ 9 Datenschutz und Auftragsverarbeitung
(1) Soweit der Anbieter bei der Nutzung der Software personenbezogene Daten verarbeitet, für die der Kunde verantwortlich ist (insbesondere Daten seiner Käufer), geschieht dies im Auftrag des Kunden nach Art. 28 DSGVO. Hierfür gilt der Vertrag zur Auftragsverarbeitung, dem der Kunde bei der Registrierung bzw. in der Software zustimmt.
(2) Der Kunde ist dafür verantwortlich, dass er die Daten, die er über die Software verarbeitet, rechtmäßig erhoben hat und verarbeiten darf. Weitere Informationen enthält die Datenschutzerklärung.
§ 10 Laufzeit und Kündigung
(1) Kostenpflichtige Verträge laufen auf unbestimmte Zeit und können von beiden Seiten mit einer Frist von 14 Tagen zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden, soweit nichts anderes vereinbart ist. Die Kündigung bedarf der Textform (z. B. E-Mail an info@evgmem.com).
(2) Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.
(3) Nach Vertragsende kann der Kunde seine Daten noch 30 Tage exportieren bzw. deren Herausgabe verlangen. Danach darf der Anbieter die Daten des Kunden löschen, soweit keine gesetzliche Pflicht des Anbieters zur Aufbewahrung besteht. Die Aufbewahrung eigener Unterlagen des Kunden bleibt dessen Aufgabe (§ 6 Abs. 4).
§ 11 Änderungen dieser AGB
Der Anbieter kann diese AGB mit Wirkung für die Zukunft ändern, soweit dies aus sachlichem Grund (z. B. Gesetzesänderung, Änderung der Dienste Dritter, neue Funktionen) erforderlich ist und den Kunden nicht unangemessen benachteiligt. Änderungen werden dem Kunden mindestens sechs Wochen vor ihrem Wirksamwerden in Textform mitgeteilt. Widerspricht der Kunde nicht innerhalb dieser Frist, gelten die Änderungen als angenommen; auf diese Folge weist der Anbieter in der Mitteilung hin. Widerspricht der Kunde, können beide Seiten den Vertrag zum Wirksamwerden der Änderung kündigen.
§ 12 Schlussbestimmungen
(1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.
(2) Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus diesem Vertrag ist Düsseldorf, soweit der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist.
(3) Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam sein, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. An ihre Stelle tritt die gesetzliche Regelung.